Kathrin

Leanne Marshall, wie gewinnt man Project Runway?

Während ich im Fernsehen die 5. Staffel von Project Runway verfolgte, fiel mir Leanne Marshall als eine der natürlichsten Teilnehmerinnen auf: Mit ihrer riesigen Hornbrille und ihrem langem übergeraden Pony besetzte sie die Rolle des hässlichen Entleins, aus dem gegen Ende der Sendung ein Schwan wird. Im Oktober gewann sie Project Runway, seit einem Monat lebt sie in New York und präsentierte während der Fashionweek die Herbst-Kollektion ihres eigenen Labels. Ich habe sie interviewt und es überraschte mich nicht, dass sie die Natur in Portland, wo sie aufwuchs, als ihre wichtigste Inspirationsquelle nannte.

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Wann hast Du Dich dazu entschieden, bei Project Runway mitzumachen?

Ich habe mich während der 2. Staffel in die Schau verliebt, bewarb mich für die 4. Staffel, kam in die erste Runde, schaffte es aber nicht in die Schau. Als ich von der 5. Staffel hörte, wusste ich, dass ich eine stärkere Designerin geworden war, und dass ich es bereuen würde, wenn ich es nicht noch einmal versuchen würde.

Hattest Du Angst, vor dem Wettbewerb und beim Designen gefilmt zu werden?

Ich hatte keine Angst, ich war neugierig, weil ich nicht wusste, welche Konkurrenten ich zu erwarten hatte. Am Anfang habe ich mich schon gefragt: In was habe ich mich da rein geritten? Aber schon bald habe ich gelernt, die Kameras zu ignorieren und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.

Wusstest Du insgeheim, dass Du gewinnen würdest?

Ich habe es nicht erwartet. Mein Ziel war es, zu den letzten 3 zu gehören und bei der Schau im Bryant Park dabei zu sein. Aber je näher das Ende kam, desto öfter dachte ich, dass ich gewinnen kann, wenn ich mein Bestes gebe und auf die Jury höre.

Du hast gewonnen, weil Du auf die Jury gehört hast?

Ich habe gewonnen, weil ich gezeigt habe, dass ich objektiv sein kann, auch wenn es um meine Designs geht. Ich habe gewonnen, weil meine Kollektion die beste war. Nicht aus politischen Gründen. Das ist leider nicht immer so bei Reality Shows. Bei Project Runway kann man sich mit Drama und großer Persönlichkeit zwar lange in der Schau halten, aber nicht gewinnen. Ich habe Ratschläge angenommen und Kritik vertragen – Kritik macht einen stark. So habe ich während der Schau viel gelernt und habe die einzigartigste Abschluss-Kollektion entworfen: modern, weiblich, himmlisch und architektonisch.

Was rätst Du den neuen Kandidaten?
Sei Dir bewusst, dass sie alles Negative, was Du sagst, benutzen werden, wenn Du während der Schau interviewt wirst. Und nur 5 Prozent des Positiven. Sie sind hinter Dir her, wenn Du müde, launisch und gestresst bist. Spare viel Geld, bevor Du mitmachst. Die Schau hat mich sechs Monate von meinem normalen Leben beurlaubt. Ich musste mir von meinen Eltern und Freunden Geld leihen. Aber diese Opfer haben sich gelohnt: Es war der tollste Sommer ohne Ferien meines Lebens! Ich habe viele Freunde gewonnen und großartige Sachen erlebt. Ich vermisse die Zeit jetzt, wo alles vorbei ist, sehr.
Als Teenager wechseltest Du jede Woche Deinen Kleidungsstil. Welchem Stil bist Du heute treu?
Im Moment bin ich eine Jeans- und T-Shirt-Person. Ich arbeite ständig an Kleidern für andere Leute und nehme mir keine Zeit für meinen persönlichen Stil. Er leidet. Vielleicht werde ich eines Tages ein glamouröseres Leben führen als heute und schicker aussehen …
… und zum ersten Mal die USA verlassen?
Genau. Ich kann es kaum erwarten, Europa kennen zu lernen: Paris, Berin, Wien!
Leanne Marshall, vielen Dank für das Interview!

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3 Kommentare
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  1. Petra

    Project Runway ist viel spannender als GNTM. Warum nur gibt es das noch nicht in Deutschland? Fehlen die nachwuchsdesigner?

  2. Kory

    @Petra: Spannender als GNTM finde ich nun nicht, aber mindestens genauso interessant! Die Klumanie ist ja zurzeit der Renner!

  3. Pingback: US-Vorbild von Fashion & Fame: Project Runway seit 2004 » Two for Fashion – Das OTTO-Fashion-Blog | Kathrin und Thuy, zwei Blogger, berichten aus der Modewelt ueber Modetrends, Fashion Weeks, OTTO-Insides

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